Geschichte

Der Spielhahnstoß auf der Kappe und das Edelweiß am Kragenrock waren und sind die legendären Ehrenzeichen der altösterreichischen Hochgebirgstruppe und unter dem zeitlos gültigen Begriff "Kaiserschützen" in die Militärgeschichte eingegangen.

Die Bezeichnung "Landesschütze" ist schon seit altersher mit der Landesverteidigung Tirols eng und ruhmvoll verbunden. Schon in den Kriegsjahren 1702/03, im Zeitalter der Napoleonischen Kriege und in den Kriegsjahren 1848/49 sowie 1859 und 1866 bewährten sich diese bürgerlich organisierten Schützenkompanien an der Seite der kaiserlichen Truppen bestens.

Der 1. Jänner 1871, an dem 10 Landesschützenbataillone aufgestellt wurden, ist als Geburtstag der nunmehr militärisch organisierten Landesschützen anzusehen. Es wurden zehn Landesschützenbataillonskader für die Fußtruppen und ein Kader für zwei Kompanien zu Pferd(berittene Landesschützen) errichtet, die Fußtruppen in: Schwaz, Imst, Bozen, Meran, Bruneck, Mezzolombardo, Trient, Riva, Bregenz und in Innsbruck die berittenen Landesschützen.

Die Uniformierung und Ausrüstung war gleich den Truppen des K.K. Heeres, es trat lediglich die Verfügung hinzu, das die Kappe der Landesschützen mit einem Federschmuck (Spielhahnstoß oder Geierfeder) zu versehen sei. Ab 1906 wurde dann der Spielhahnstoß entgültig als Symbol der Landesschützen getragen.

Im Jahre 1893 erfolgte die Zusammenfassung der Bataillone in drei Tiroler Landesschützen- Regimenter, deren Standorte in Innsbruck I., Bozen II. und Trient III. waren.

1906 trat der große Wendepunkt in der Organisation und Aufgabe der Landesschützen ein, sie erhielten die Aufgabe, den Grenzschutz an der Südgrenze Südtirols zu übernehmen, sie wurden als erste Hochgebirgstruppe im deutschen Sprachraum ausgerüstet und ausgebildet. 1909 wurde das zwischenzeitlich aufgelöste III. Regiment mit Standorten Trient, Bozen und Innichen wieder aufgestellt. Den neuen Aufgaben entsprechend wurde auch die Adjustierung und Ausrüstung der Landesschützen geändert. Sie bestand aus Bergschuhen, Wadenstutzen, Kniehosen, und Joppe, ferner Kappe, Mantel und Pelerine, alles in Hechtgrau. Der Spielhahnstoß wurde wieder eingeführt und als besonderes Abzeichen war am Blusenkragen ein Edelweiß Abzeichen zu tragen.

Als Ende Juli 1914 der erste Weltkrieg ausbrach, wurden die Landesschützen als Elitetruppe der kaiserlichen Armee sofort in Galizien eingesetzt, wo sie in heldenmütigem Kampfe in der Schlacht bei Dunajow-Przemyslany am 27 August 1914 die Feuertaufe bestanden. Zahlreiche Schlachten folgten bis sie nach Kriegseintritt Italiens 1915 wieder ihre ursprünglichen Stellungen an der Tiroler Südgrenze einnahmen, um dort in Fels und Eis zu kämpfen. Die wohl bekanntesten Schlachten waren die beiden Isonzoschlachten, auf Ortigaria, am Ortler, der Marmolata, am Monte Piano (3 Zinnen) in den Dolomiten.

All dies bewog seine Majestät Kaiser Karl am 16. Jänner 1917 den Tiroler Landesschützen durch kaiserliches Patent den Ehrentitel "Kaiserschützen" zu verleihen.

Die Kaiserschützen hatten ihren Wahlspruch alle Ehre gemacht;

I. Regiment "Sieg oder Tod im Alpenrot"

II.Regiment "Auf Felsenhöhen, wo der Adler kreist, Sieg oder Tod unsere Losung heißt"

III. Regiment "Allzeit wachsam und kampfeslustig"

Viele Auszeichnungen würdigten die Verdienste und den Opfermut dieser Regimenter:

5 Offiziere erhielten den höchsten Orden, welchen der Kaiser verleihen konnte, das Ritterkreuz des Maria-Theresien-Ordens. 144 Offiziere und Manschaften erhielten die Goldene Tapferkeitsmedaille, 2811 wurden mit der Silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet.

An die 16.000 Kaiserschützen bezahlten jedoch die Schlachten mit ihrem Leben und kamen nicht mehr nach Hause.

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